Intelligentes Wohnen eröffnet ganz neue Möglichkeiten: Von der programmierten Waschmaschine über die automatisch gesteuerte Heizung bis zum Einbruchschutz haben Hersteller vieles zu bieten, um das Wohnen bequemer und sicherer zu machen.
Stellen Sie sich vor: Der Wecker klingelt, Sie öffnen die Augen und nehmen schon den Duft frisch gebrühten Kaffees wahr. Sie gehen in die sonnenbeschienene Küche, denn die Jalousien sind bereits geöffnet. Und auch der Weg ins Bad lässt Sie nicht vor Kälte erzittern – die Heizung läuft bereits seit einer halben Stunde, das Badezimmer ist angenehm temperiert. Diese Vision ist keine Zukunftsmusik. Die Möglichkeiten, durch die Vernetzung und Automation des Hauses Komfort und Sicherheit zu erhöhen, sind nahezu unbegrenzt.
Ein weiteres Szenario
Sie verlassen das Haus, ohne kontrollieren zu müssen, ob alle Fenster geschlossen sind und der Herd ausgeschaltet ist. Wenn Sie die Haustür abschließen, werden zeitgleich die Fenster geschlossen und Elektrogeräte, die nicht laufen sollen, ausgeschaltet. Außerdem senkt sich automatisch die Temperatur der Heizung. Mittels PC, Laptop, Handy oder Bedienkonsole lassen sich alle vernetzten Elemente des Hauses ansteuern. Besonders die Bedienung per Handy oder Laptop eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Wer etwa auf dem Heimweg vom Winterurlaub ist, kann die Heizung mithilfe des Mobiltelefons vom Auto aus hochfahren. Indem Fenster und Türen automatisch geöffnet und geschlossen und die Heizkörper hoch- oder runtergefahren werden, sorgt das intelligente Haus für besseres Raumklima und erhöht die Energieeffizienz. Das intelligente Wohnen sorgt somit nicht nur für mehr Komfort, sondern hilft auch beim Energiesparen.
Vernetzung für sicheres Wohnen
Neben Komfort und Energieeffizienz spielt auch der Sicherheitsaspekt eine große Rolle. Mit vernetzten Komponenten können Bewohner eine Anwesenheitssimulation programmieren. Nichts fürchtet ein Einbrecher so sehr wie den Hausherren, der überraschend im Schlafanzug vor ihm steht. Die Situation: Sie sind im Urlaub, und ein Langfinger hat es auf Ihre Wertsachen abgesehen. Kurz bevor der Einbrecher das Kellerfenster einschlagen will, geht im Flur das Licht an. Zwei Minuten später ertönt aus dem hinteren Bereich des Hauses Musik. Spätestens wenn dann noch eine Jalousie hochfährt, sucht der Einbrecher das Weite. Licht, Musik, Jalousien – all diese Funktionen lassen sich automatisch und zeitlich versetzt steuern. Ausgangspunkt ist der Bewegungsmelder am Kellereingang. Wird er aktiviert, schalten sich zeitlich versetzt Licht und Radio an. Und wiederum mehrere Minuten später öffnet sich – wie von Geisterhand – die Jalousie. Gesteuert werden diese Funktionen entweder per Funk oder über einen „Datenbus“.
Die intelligente Leitung
Das ist eine Datenverbindung, die parallel zur 230-Volt-Stromleitung verläuft. Daran können verschiedene Geräte angeschlossen und so programmiert werden, dass sie miteinander kommunizieren. Für die Gebäudetechnik gibt es eine Standard-Technologie: das KNX-System, frühere Bezeichnung EIB. Da die Hersteller der verschiedenen Komponenten diesen Standard unterstützen, „verstehen“ sich die Geräte untereinander.
Funksysteme für Altbauten
Statt der Datenleitung lassen sich auch Funksysteme einsetzen. Sie eignen sich vor allem für nachträgliche Installationen, weil sie keine Verkabelung benötigen. Damit kommen sie besonders für Altbauten infrage. Bussysteme haben gegenüber herkömmlichen Elektroinstallationen einen großen Vorteil: Jede Installation lässt sich jederzeit an neue Bedürfnisse anpassen. Wenn der Lichtschalter bei der Eingangstür auch die Beleuchtung der Garage betätigen soll, muss der Installateur keine neuen Drähte einziehen. Doch es gibt leider auch einen Nachteil: Ganz billig ist die Vernetzung nicht zu haben. Experten schätzen, dass die Ausstattung des Gebäudes mit der nötigen Infrastruktur die Baukosten – je nach Ausbaustufe – um durchschnittlich 5 bis 10 Prozentpunkte erhöht.
Fachleute vor Ort
Infos und Kontaktdaten in Ihrer Region erhalten Sie vom Verein der Ingenieure und Techniker in Thüringen e.V. (VITT) im Internet unter www.vitt.de.
Initiative „intelligentes wohnen“
Die vom Zentralverband der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) eingeführte Initiative „intelligentes wohnen“ setzt sich für die Förderung des vernetzten Wohnens ein. Unter der Marke „intelligentes wohnen“ entwickeln und vermarkten Hersteller und ihre Partner vernetzte, bedarfsgerechte und zukunftssichere Lösungen für das Haus. Dazu gehören Haushaltsgeräte, Heizsysteme, Unterhaltungselektronik, Beleuchtung und vieles mehr. Es geht um Lösungen im privaten Wohnbereich, die mehr Komfort, Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz, Flexibilität und Sicherheit schaffen.